Die konstante Körpertemperatur sowie die Erzeugung von Wärme (Fieber) bei Krankheiten gehört zu den wichtigsten evolutionären Errungenschaften von Vögeln und Säugetieren. Durch verschiedene Formen von Wärmeanwendungen lassen sich diverse, zum Teil schwere und komplexe Krankheitszustände erfolgreich behandeln.

Wärme bringt Vorteile

Im gesamten Tierreich verfügen nur Vögel und Säugetiere über eine konstante Körpertemperatur und eine ausgeklügelte Wärmeregulation. Diese spezielle Eigenschaft – Homoiothermie genannt – ermöglichte den Säugetieren, unzählige Lebensräume in unterschiedlichsten Klimazonen zu erobern. Wärmeerzeugung im Sinne einer Fieberreaktion dient dem Körper zusätzlich bei der Auseinandersetzung mit Krankheitserregern (Viren, Bakterien), um die natürlichen Heilungsprozesse zu fördern. Somit scheint die Wärme eine der wichtigsten Urprinzipien des Lebens zu sein.

Altes Prinzip neu entdeckt

Aus dem Jahr 500 v. Ch. stammt das Zitat des Arztes und Philosophen Parmenides: „Gebt mir die Macht des Fiebers, und ich heile alle Krankheiten.“ Dieser berühmte Satz des antiken Arztes widerspiegelt die im menschlichen Körper vorhandene Polarität zwischen den „warmen, auflösenden“ Krankheiten und den „kalten“, degenerativen Prozessen. Verschiedene Beobachtungen und Daten bestätigen, dass eine derartige Polarität im Sinne eines labilen Gleichgewichts tatsächlich existiert. Der Einsatz von Wärme und Fieber hat in der modernen Medizin eine lange Tradition. Zum Beispiel hat 1927 der Wiener Neurologe Julius von Jauregg einen Nobelpreis für den Einsatz der Wärmebehandlung bei der Behandlung von Syphilis erhalten.

Von innen und aussen kommend

Grundsätzlich unterscheidet man bei medizinischen Wärmeanwendungen zwei verschiedene Formen dieser Therapie: Die Wärme kann vom Körper selbst im Sinne einer Fieberreaktion erzeugt (endogen) oder dem Körper zugeführt werden (exogen). Beide Formen der Wärmeanwendung werden besonders erfolgreich bei folgenden Krankheitszuständen eingesetzt:

  • Ergänzend zu standardmässiger Krebsbehandlung

  • Bei rheumatischen Erkrankungen (entzündlich und degenerativ)

  • Bei chronischen immunologischen Leiden wie Colitis ulcerosa,
    Asthma bronchiale, Autoimmunprozessen

  • Erschöpfungszuständen und Depressionen