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Interview mit Bauleiter Hans Peter Blunschi
"Ohne Lärm geht es beim Bauen leider nicht"
Hanspeter Blunschi ist Bauleiter der grossen Aeskulap-Baustelle. Der Glarner geht positiv auch an die schwierigsten Aufgaben. Muss er doch Probleme wie Grundwasser, Arbeitslärm und paralleler Klinikbetrieb unter einen Hut bringen. Mit uns spricht er über die grössten Herausforderungen.
Wie ist die bisherige Arbeit verlaufen?
Sehr positiv und alles wie geplant. Ohne Zwischenfälle und ohne Überraschungen.
Sind Sie im Fahrplan?
Zu Zeit sind wir wegen der grossen Kälte im Januar / Februar gegen drei Wochen in Verzug mit den Abbrucharbeiten. Wir werden versuchen dies jedoch wieder aufzuholen.
Konkret: Welche Probleme verursachte das sibirische Wetter?
Durch die Eiseskälte im Januar und Februar war der Boden pickelhart. Das Wasser gefror sofort. An ein effizientes Arbeiten war unter diesen Bedingungen nicht zu denken, weshalb wir entschieden, die Arbeiten zu unterbrechen.
Wie läuft es mit den diversen Unternehmen und Handwerkern, welche auf der Baustelle arbeiten?
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den speziellen Bedingungen der Klinik pendelte sich alles bei den Bauarbeitern sehr schnell zum Positiven ein. So musste interveniert werden, dass man im Klinikareal nicht rauchen, mit den Baukleidern nicht einfach durch die Klinik marschieren und nur zu gewissen Zeiten lärmintensiv arbeiten darf. Diese neue Situation hatte man anfänglich nicht verstanden. Heute ist jedoch alles im grünen Bereich.
Wie ging es mit den Pfahl-Bohrungen?
So weit so gut. Probleme waren höchstens technischer Natur bezüglich Grundwasser. Dies wird uns auch bei den kommenden Ausbauarbeiten beschäftigen. So ist doch der Grundwasserspiegel zurzeit ein Meter unter dem gewachsenen Terrain.
…und den Dacharbeiten?
Sehr gut. Die Firma Strüby ist äusserst professionell und flexibel. Probleme nimmt man als Herausforderungen an, so dass immer wieder eine Alternativlösung gefunden wird. Mit solchen Leuten lässt sich gut arbeiten.
Wie bewältigen Sie Ihre Aufgaben?
Ich war gewappnet für alle Eventualitäten – mussten doch dauernd viele Entscheide auf dem Bau schnell, unkompliziert und verantwortungsbewusst gefällt werden. Wichtig ist dabei die persönliche Erfahrung. Arbeitet man schon einige Jahrzehnte als Bauleiter, ist das mit nichts aufzuwiegen. Als junger Bauleiter muss man sich eben zuerst noch die Sporen abverdienen.
Zudem haben wir mit dem Architekturbüro Germann & Achermann AG einen sehr erfahrenen Architekten/Projektleiter zur Seite.
Mit welchen Herausforderungen sind Sie jetzt konfrontiert?
Soeben wurden die Stahl-Provisorien für die Dachabfangung installiert. Hätte man die nicht in der richtigen Stärke montiert, würde das Dach über kurz oder lang zusammenstürzen und das ganze Haus in Schutt und Asche reissen. Insgesamt hat man 20 Tonnen Stahlabfangungen ((Stützen) eingebaut, damit das 200 Tonnen-Dach getragen werden kann.
…und grundsätzliche Herausforderung für das gesamte Projekt?
Der eigentliche Baubetrieb bringt das Übliche – ausser, dass wir es hier mit sehr unterschiedlichem Baugrund (siltiges Material, Fels und alles im Grundwasser) zu tun haben, dem wir Herr werden müssen. Doch auch das ist zu lösen. Die grösste Herausforderung ist der Klinikbetrieb, der parallel läuft und nicht beeinträchtigt werden darf. Aber auch die Logistik mit den Provisorien ist eine nicht einfache Aufgabe, welche wir im Teamwork – (Brigida Boer, Hans Schwendeler, Damian Reichlin, Bruno Achermann und ich) – bisher aber gut im Griff hatten. Die Bewältigung der Etappierungen läuft dabei einher.
Was läuft in den nächsten sechs Monaten?
Da gibt es einiges:
- Wir beginnen mit dem Baugrubenaushub und werden dabei sicherlich mit dem Grundwasser zu kämpfen haben, welches sich teilweise bereits in einem Meter Tiefe befindet.
- Es folgt der Felsaushub ausserhalb des Gebäudes. Dieser wird maschinell mit einem 40 t Bagger abgespitzt.
- Beginn Rohbau des neuen Gebäudes: Untergeschoss und teilweise Erdgeschoss
- Im Westtrakt (Speisesaal) wird der Lift eingebaut.
- Im 3. Obergeschoss des bestehenden Gebäudes werden die neuen Röntgenräume fertig gestellt und bezogen.
Wie läuft es mit den Lärmesmissionen?
Die Trennung der Betondecken erzeugte bis Ende März 2012 grösseren Lärm. Danach gibt’s hauptsächlich Abbruch-Lärmemissionen bei Mauerwerk und Holzdecken. Doch dieser Lärm ist sicherlich erträglich.
Welche Massnahmen haben Sie gegen den Lärm getroffen?
Wir haben Bauwände mit Lärm-Dämmung erstellt. Zentral sind aber auch die Ruhezeiten, die nach Rücksprache mit der Klinikleitung definiert wurden. Und nicht zuletzt die transparente Kommunikation an die Belegschaft und Patienten sowie die stetige Information der beteiligten Unternehmungen, trägt Früchte.
Wie sieht es mit dem Lärm in den kommenden sechs Monaten aus?
Sicher wird der Felsabbau ziemlich laut. Erschütterungen sind dabei sicher. Laut wird auch der maschinelle Abbruch vom Erdgeschoss und von den Stützmauern.
Was kann man bezüglich Lärm noch machen?
Eine gewisse Auswahl der Arbeitsmethoden ist möglich – mehr fräsen und weniger spitzen. Ohne Lärm kann jedoch nicht gebaut werden. Dieses Verständnis muss man eben entgegen bringen.

Bauleiter Hanspeter Blunschi




